Archiv Oktober 2019

Dr. Bernhard Worms spricht zu den Mitgliedern des Bezirksvorstandes Niederrhein

Zur standardmäßigen Sitzung des Bezirksvorstandes war im Oktober ein besonderer Gast geladen.

Dr. Bernhard Worms

Dr. Bernhard Worms, geboren am 14. März 1930. Seine politische Laufbahn beginnt bereits 1946. Hier tritt er der CDU bei. Seine Ämter und Tätigkeiten in der Partei hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Nur so viel es gibt fast keine Funktion in der Partei, die von ihm nicht wahrgenommen wurde.

1981-1990 war er Mitglied des CDU Bundesvorstandes.

1983-1990 Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen

1990-2002 Bundesvorsitzender der Senioren-Union (seit 2001 Ehrenvorsitzender)

1991-1995 Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung

2001-2013 Präsident der Europäischen Senioren Union.

Der Vorstand des Bezirk Niederrhein der Senioren Union hatte die Ehre, im Oktober, seinen Vortrag über das Thema „Einigkeit, Recht und Freiheit für das werdende, neue Europa“ zuzuhören.

Der Vortrag, der mit langanhaltenden Beifall beendet wurde kann hier im Anschluss gelesen werden.

Siegbert Renner

Ein weiterer Gast war Siegbert Renner.  Der Vorsitzende der Senioren Union Pulheim, Siegbert Renner ist der Bezirksvorsitzende der Senioren Union Mittelrhein. Siegbert Renner, der sich seit Jahren aktiv in der Arbeit der Senioren Union engagiert, ist auch Kreisvorsitzender der Vereinigung.

Er stellte seine Arbeit vor.



Einigkeit,    Recht    und     Freiheit  für das  werdende,  neue  EUROPA“
 
Das Fundament für jede Rede von mir sind Aussagen von Persönlichkeiten, die es ermöglichen den Blick auf Kernaussagen zu schärfen mit dem Ziel, etwas aus dem Inhalt meines heutigen Beitrages mitzunehmen in den grauen Lebensalltag!
Ihnen habe ich heute drei Aussagen mitgebracht, die zu beherzigen einem jeden helfen können, mit den vielfach ineinander verwobenen Fakten unseres Alltages fertig zu werden.
Da das ‚C‘ noch immer der erste Buchstabe im Namen unserer Partei ist, beginne ich mit einem Wort von Erzbischof ROMERO aus El Salvador, den die Mafia währender in seiner Kathedrale den Gottesdienst feierte am Altare erschossen hat und der Ostern von Papst Franziskus heiliggesprochen worden ist: Er sagt: ….
…. Das ist die Freude des Christenmenschen:
 „Jeder von uns weiß, ich bin ein Gedanke Gottes!“
Das zweite Wort stammt von Martin Luther:
„Bezogen auf Inhalt und Ausmaß meines Lebensweges gilt es, dass ich täglich das bisher Gewohnte und mir bestens Vertraute verlassen muss, um mich auf den Weg zu machen, der jeden vor neue, völlig unbekannten Herausforderungen stellt“;
und die dritte, meine Rede bestimmende Aussage ist Leben und Tod von Alexander dem Großen:
Er hat alles gewonnen, 53 Städte auf der Welt tragen heute noch seinen Namen und eine kleine Malariamücke beendete sein Leben!
Wer lebt, will Wachstum; wir in Europa auch! Nur es gibt Grenzen des Wachstums. Dies war auch die erste Botschaft des Club of Rome heute vor 47 Jahren: Keine Weltverschwendung, aber haben die Menschen, die Unternehmen, die Staaten dies begriffen? —–
Um das H E UT E zu verstehen hören wir noch im politischen Geschehen ein bekanntes Wort der Bibel:
„Wer alles gewinnen will, wird auch alles verlieren, weil er keine Grenzen kennt und beachtet!“
Wenn ich Sie jetzt bitte, diese Hinweise großer Persönlichkeiten einmal zu durchdenken, so deshalb, weil sie uns helfen können, den uns umgebenden Alltag zu ordnen: ihn überschaubar und durchschaubar zu machen, damit wir als CDU politische Botschaften verkünden, die Wege zu Zielen aufzeigen, die dem sozialen Frieden weltweit dienen, die allen Kulturen, Religionen und Völkern ein Leben in Frieden und Freiheit ermöglichen, um nicht zu sagen: Garantieren!
Ein kurzer Blick zurück:
Zwei weltweite Wirtschaftskriege im 20. JAHRHUNDERT haben eine geteilte Welt hinterlassen. Ost und West standen sich bis an die Zähne bewaffnet gegenüber.
Und dann fällt die Mauer, warum?
Weil ein politisches System das Wort unseres Dichterfürsten, Friedrich von Schiller, nicht beachtet hat, der zu seiner Zeit dem damals mächtigen Adel ein Wort entgegen schleuderte, dass auch heute noch gilt: „Frei ist der Mensch und wäre er in Ketten geboren!“
Rufe wie „wir sind das Volk, wir sind e i n Volk“ waren stärker als alle Planungen und Maßnahmen einer auch militärischen Machtausübung der Diktatoren!!
Ein Glück, dass wir als CDU dank unseres ersten Bundeskanzlers Adenauer ein Ziel nie aus den Augen verloren haben: – ich zitiere ihn aus der Debatte über seine erste Regierungserklärung 1949 —
„Auf alle heute an mich gerichteten Fragen gibt es nur eine Antwort, und diese besteht aus einem Wort: E U R O A!“ Seine Vision war immer: „Wir brauchen künftig keine nationalstaatlich ausgerichtete Heimat für die Völker Europa’s, sondern wir brauchen die Union aller Völker unseres Erdteils. Wir wollen und benötigen ein neues Europa auf der Grundlage unseres geistigen Erbes, der christlich/jüdischen Tradition!“
Erlauben sie mir, an dieser Stelle den langjährigen Leiter des ARD – Studios in Brüssel, Herrn Rolf — Dieter Krause zu zitieren, der mir unlängst geschrieben hat:
„Ich möchte eine EU, die in der Welt ihre Rolle spielt, die nach innen den Frieden und die Prosperität sichert, und uns nach außen in der weitgehend globalisierten Welt auch vor Machtmissbrauch anderer schützen kann.
Ich wünsche mir eine wehrhafte EU, wehrhaft nach innen in der Verteidigung unserer Grundwerte, und wehrhaft nach außen!“ Zitat Ende.
Denken wir jetzt an die Vorstellungsrede unserer deutschen Präsidentin Ursula von der Leyen zugunsten der von ihr ausgewählten Damen und Herren für die von ihr schon bald geführte Brüsseler- Kommission, so spüren wir, was heute fehlt: „Erreichbare Ziele und Inhalte einer EU, die ihrer neuen, weltpolitischen Aufgabe gerecht werden kann!“            
Die ärgerlichen und in keinem Fall zukunftsorientierten ‚BREXIT-Diskussionen‘ überschatten einfach alles.“
Der einzige Präsident, der nicht müde wird, sich mit der Zukunft Europa’s zu befassen, ist Macron, der französische Präsident.
Um ihm eine Antwort zu geben, versucht jetzt unsere neue, deutsche Präsidentin von der Leyen, erreichbare politische Ziele zu formulieren und die hierfür notwendigen Bürokratien neu zu gliedern, damit diese mit führungsfähigen, ihrer Aufgabe gerecht werdenden Persönlichkeiten besetzt werden.
Liebe Freunde, spüren wir auch persönlich, dass jetzt die Stunde geschlagen hat, in der wir in Europa den Verlauf unserer Geschichte begreifen müssen, um uns alle mit Mut, Risikobereitschaft und den nie untergegangenen Tugenden des Dienens und —- wenn notwendig — des Verzichtens dem politischen Alltag zu stellen?
Hören wir noch bezogen auf die Zukunft der EU den uns Deutschen seit dem Mittelalter bekannten Satz: „Wächter, was schlägt die Stunde?
Als ‚Wähler und damit als Wächter‘ aber auch als Christ füge ich gerne an dieser Stelle hinzu:
„Haben wir noch Gottvertrauen, oder spielen seine Existenz, seine Gesetze und sein uns gegebenes Versprechen: ‚Ich bin bei Euch, alle Tage bis an das Ende dieser Welt‘ schon keine Rolle mehr? Erinnern wir uns jetzt einmal an das Jahrhundert der Großeltern:
„Einigkeit“ war Ausdruck des Willens der Deutschen nach Gründung des Reiches im Jahre 1871. Das Verlangen nach ihr fand Eingang und ist nach wie vor Bestandteil unserer Nationalhymne.
Wir sitzen alle in einem Boot, das nur dann seetüchtig ist, wenn alle in die gleiche Richtung wollen, um den angestrebten neuen Hafen — das politische Ziel – zu erreichen.
Übertragen wir diese Feststellung auf die Zeit, in der wir Politik mitgestaltet haben, auf unsere aktiven Lebensjahre, so ist es wichtig anzuerkennen, dass die Mannschaft, – um im Bilde zu bleiben — sich aus einer Gruppe zusammensetzt, die die gleiche Wertordnung kennt und beachtet. Die Grenzen Europa’s umschließen die christlich/abendländische Kultur, in der wir alle aufgewachsen sind. Neue nach dem 2. Weltkrieg gezogene Grenzen, die einer militärischen Überlegung entstammten, oder die sich den wirtschaftlichen Erfordernissen zuordnen, belasten das Denken und Fühlen Europas.
Setzen wir uns mit ihnen auseinander, müssen wir die Frage: „Warum ziehen wir politisch neue Grenzen?“ schlüssig beantworten
oder die EU verliert an Zustimmung!
Und genau dies ist der Fall, denken wir an die AfD und andere national ausgerichtete Verbände innerhalb der EU.
Keiner vermag mehr Sinn und Zweck zu vermitteln.
Hinzu kommt, ich spreche jetzt über die Mitgliedschaft der Türkei in der EU. Um uns der Zwänge von tagesaktuellem Druck zu befreien — keine Flüchtlinge mehr nach Europa, nach Deutschland — handeln wir Verträge aus; aber wir tragen N U L L dazu bei, das eigentliche Problem zu lösen, die Ursache: „Warum fliehen die Menschen“ zu ergründen, um anderen Kulturen wirksam zu helfen, sodass diese sich in der angestammten Heimateine gute und ihren Vorstellungen entsprechende Bleibe aufbauen können! Einigkeit lässt sich nur erreichen, wenn wir einer Wertordnung treu bleiben, die — wie auch in der Vergangenheit- Grenzen kennt, die es zu respektieren gilt!
In den Diskussionen, in denen auch ich mich gerne aufhalte, sage ich öfters: „Wir dürfen uns nicht mit allem abfinden, zu Tode tolerieren; denn dann verlieren andere Nationen jedweden Respekt vor Europa. Ich denke an Putin, und seit einiger Zeit mehr nach an Trump und höre — ohne eine Antwort aus der Mitte unseres Kontinents — seine abwegigen Beurteilungen über die EU.
Warum ist der Versuch gescheitert, dass wir uns in der EU eine Verfassung geben? Warum dauert es so lange, bis wir uns in der EU einig sind, dass manche Bereiche — Außenpolitik, Verteidigung, Wirtschaft und Währung, um einige zu nennen — nur gesamteuropäisch gestaltet werden können, damit wir weltpolitisch aber auch nach innen, bezogen auf die Qualität unseres Lebensstandards, uns erfolgsorientiert weiter entwickeln können?
Hier, an dieser Stelle, muss sofort die politische Diskussion mit den Vertretern von rechts, der AfD beginnen!
Hier müssen auch wir Senioren Mut zu einem harten Dialog besitzen, um erfolgreich gegen einschmeichelnde Argumente vorzugehen!
Meine Damen und Herren, wir brauchen wieder den Mut, den Enthusiasmus in Europa, der aus einem nationalstaatlich ausgerichtetem, kriegsorientiertem Erdteil nach 1945 eine Gemeinschaft von Völkern gemacht hat, die weltweit eine starke Anziehungskraft für alle Menschen ausstrahlt!
Ja, wir haben etwas erreicht, wir müssen nur im Sinne Martin Luthers den Mut behalten, Neues zu wagen, uns dem noch nicht geordnetem Geschehen von MORGEN zu stellen und Gott und seine Gesetze als gute Hilfen auf diesem jetzt neuen Weg mitnehmen!
Verehrte Anwesende,
über die uns von Thomas von Aquin definierten d r e i machtvollen Kraftquellen: Personalität, Subsidiarität und Solidarität gilt es zu sprechen, wenn wir uns jetzt auf das Gebiet des Rechtes begeben.
Begriffe wie Völkerrecht, Menschenrecht, Staatsrecht gilt es auf Europa, auf die EU zu übertragen! Natürlich dürfen wir die schon seit 100 und mehr Jahren nahezu mustergültig entwickelten Gebiete des Zivilrechtes, des Handelsrechtes und natürlich auch des Strafrechtes und einer Sozialordnung, die Rentenrecht, Gesundheitsvor und -fürsorge bis hin zur Pflegeversicherung umfasst, nicht außer Acht lassen.
Bezogen auf mein heutiges Redethema erlaube ich mir, mich verstärkt mit der zweiten Kraftquelle, der Subsidiarität, zu befassen.
Der für ein neues Europa geltende, unantastbare Satz, um den es hier geht, lautet vereinfacht ausgedrückt:
„Alles, was die kleinere Einheit dem Menschen gegenüber tun kann, darf nie und nimmer die größere Einheit an sich ziehen!“ Gefreut hat mich, zu lesen und zu hören, dass Frau von der Leyen diesen Satz bei der Vorstellung ihrer neuen Kommissionstark betont hat.
Wir wissen, weil wir die geschichtliche Erfahrung besitzen, der Mensch drängt noch immer mehr, immer größer, immer höher bis zu dem Versuch, einst in Babel einen Turm zu bauen, dessen Spitze in den Himmelragt.
Und dieser Drang lässt sich übertragen auf alle Bereiche, in denen Menschen wirken und das Sagen haben.
Ob aber das größer Gewordene die ihm in der Gesellschaft obliegende Handlungspflicht besser ausüben kann, ist zu verneinen. Hierfür stehen viele Beispiele in Wirtschaft, Staat und Gesellschaft! Wir brauchen nur an die noch Immer nicht überwundene Bankenkrise zu denken, oder an die den Staat um Milliardenbeträge geschädigten Cum-ex- Geschäfte!
Aber auch an die vielen untergegangenen Weltreiche der
Perser, Griechen, Römer oder in jüngster Zeit an das 3. Reich, an heute — Brexit — an das englische Imperium. Ich nenne im Hinblick auf Brexit den schon schlimmen Handlungsauftrag: „Right or wrong, my country“ — Recht oder Unrecht, es muss nur meinem Vaterland nützen.
Aus meiner Sicht verstehen wir hier den Sachverhalt „RECHT“ am besten, wenn wir an die Geschichte des Mühlenbesitzers in Potsdam zur Zeit Friedrich des Großen denken: Er, der Mühlenbesitzer, konnte — weil er wusste, hier gibt es eine Rechtsordnung, die auch ein mächtiger König zu beachten hat — dem König entgegnen: „Majestät, es gibt noch das Kammergericht in Berlin!“, als dieser ihm die Enteignung androhte.
 Recht setzen, Recht sprechen und Recht verteidigen verlangt nach einer Gestaltung des Zusammenlebens von Menschen, geordnet in einer „Verfassung“, die von jedermann vorbehaltlos zu respektieren ist.  ——-
Nicht die Macht darf obsiegen, sondern die Einsicht in bestehende Zusammenhänge, die niemand außer Kraft setzen kann und darf nur weil er mächtiger ist.
Und diese Haltung gilt auch heute bei den ausgebrochenen Handels- und Wirtschaftskriegen zwischen den großen Volkswirtschaften, und den diesen zuzuordnenden Staaten. Subsidiarität in der EU definiert sich durch das Gebot der gegebenen Vorfahrt der kleinen vor der größeren Einheit!
Verehrte Anwesende, spüren wir eigentlich in unserem Alltag, wie weit wir in Europa von einer solchen Haltung noch entfernt sind? Wäre es nicht großartig, wenn die Mächtigen in unserer heutigen Gesellschaft sich freiwillig dieser Erkenntnis unterordnen, wenn die gegebene Vorfahrt der kleineren Einheit bei jeder Handlung im Parlament, in der Verwaltung aber auch bei unserer Wahlentscheidung im Vordergrund stünde? 
Wende ich mich nun dem dritten Hauptwort in der Überschrift meiner Rede zu, dem Begriff der Freiheit.
Liebe Anwesende, vorhin habe ich sie schon mit der Aussage von Friedrich von Schiller vertraut gemacht. Wenn wir heute gerne den Satz unseres Grundgesetzes zitieren, der wohl der schönste ist für die Gestaltung aller zwischenmenschlichen Beziehungen:
„die Würde des Menschen ist unantastbar!“,
so erhält der Begriff „Freiheit“ einen Inhalt und eine Ausdehnung, die nur der versteht und meistern kann, der sich bewusst ist und bewusst bleibt, dass alles was ich denke und tue Recht und Gesetz zu unterwerfen ist!
In dem politischen Geschehen dürfen wir Christdemokraten besonders stolz und dankbar dafür sein, dass es zwei Persönlichkeiten waren, die Inhalt und Ausmaß des Begriffs der „FREIHEIT“ nach 1945 durch ihr Bekenntnis zur „Sozialen Marktwirtschaft“ eine Verankerung in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft verschafft haben, die auch der stärkste Sturm -jede Form einer Diktatur – nicht mehr lösen kann!
Ja, es ist erlaubt zu formulieren:
Nur die
Soziale Marktwirtschaft
ist Garant
von
Frieden und Freiheit
Bekennen wir uns in der CDU wieder vorbehaltlos zum Erbe unserer Gründer, so haben wir auch wieder alle Chancen, von jetzt 27 % auf 40% in der Wählerzustimmung zu steigen.
Wir müssen nur- der Wahrheit wegen – beachten, was Ludwig Erhard und sein Staatssekretär Müller – Armack uns unmissverständlich hinterlassen haben:
Soziale Marktwirtschaft ist kein Zustand, sondern ein täglich anzustrebendes Ziel, das aber nie erreicht wird.
Aussage von Erhard an der Uni Köln 1953, Hörsaal -7-:
Ausgleich zwischen Boden, Kapital und Arbeit, den drei Produktionsfaktoren schafft — wenn er es auch will – der menschliche Verstand. Und genau um diesen Ausgleich geht es; denn er verhindert, dass es Verwerfungen gibt, wie wir diese zu Hauf in den letzten Jahrzehnten erlebt haben. Und eine überzeugende Beweisführung hierfür sind die letzten 10 Jahre, die uns in Deutschland aus der Verschuldung herausgeführt haben und Staatshaushalte kennen, die mit Milliardenüberschüsse abschneiden.
Verehrte Anwesende,
fasse ich mein Thema zusammen, so habe ich versucht, aus unserer Nationalhymne, der heute geltenden dritten Strophe, die drei Faktoren angesprochen, die — Zitat — „des Glückes Unterpfand sind“!
Um nun im Glanze dieses Glückes zu blühen, hinterlasse ich auch Euch Aufgaben, die es zu lösen gilt, und die ich der Rede des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau auf dem evangelischen Kirchentag 1983 in Hannover entnommen habe:
„Sagt euren Kindern und Enkelkindern, dass ohne Kenntnis unserer Geschichte und unserer Tradition eine menschliche Zukunft nicht gebaut werden kann!
Sagt Ihnen, dass wir auf den Schultern unserer Mütter und Väter stehen!
Sagt ihnen, dass wir ohne innere Heimat keine Reisen unternehmen können; denn wer nirgendwo zu Hause ist, kann auch keine Nachbarn haben!
Sagt Ihnen, dass die stete Bereitschaft zum Aufbruch die einzige Möglichkeit ist, unsere Existenz zwischen Diesseits und Jenseits zu rechtfertigen!“
Ich danke ihnen.
 
 

Dr. Bernhard Worms